
In der ASFINAG Verkehrsmanagementzentrale Wien-Inzersdorf laufen die zentralen Informationen der österreichischen Autobahnüberwachung zusammen. Rund um die Uhr behalten die Operator hunderte Kamerabilder, Verkehrsdaten und Streckenzustände im Blick – ihre Entscheidungen beeinflussen den Verkehrsfluss und die Sicherheit tausender Menschen. Die zentrale Videowall schafft dafür den notwendigen Überblick. In den vergangenen Wochen wurde sie vollständig erneuert.
controlrooms lieferte für dieses anspruchsvolle Projekt eine neue LCD-Videowall auf Basis der Barco-OverView-KVD-Technologie. Die Integration und Montage vor Ort erfolgten gemeinsam mit unserem Partner SPIE KEM. Was für Verkehrsteilnehmer unsichtbar bleibt, war hinter den Kulissen echte Maßarbeit – unter hohem Zeitdruck und bei laufendem Betrieb.
Gleichmäßige Bildqualität im 24/7-Betrieb
Eine Videowall in einer rund um die Uhr besetzten Verkehrsleitzentrale muss dauerhaft ein klares und möglichst homogenes Bild liefern. Das klingt selbstverständlich, ist technisch jedoch anspruchsvoll.
LCD-Panels verändern sich im Laufe ihrer Betriebszeit. Helligkeit und Farbwiedergabe können sich von Panel zu Panel unterschiedlich entwickeln. Ohne regelmäßigen Abgleich werden diese Abweichungen sichtbar: Statt einer einheitlichen Bildfläche entsteht ein Flickenteppich aus unterschiedlich hellen oder farblich abweichenden Bildbereichen.
In einer Verkehrsmanagementzentrale ist das mehr als ein optisches Problem. Die Operator müssen Inhalte schnell erfassen, Kamerabilder vergleichen und Abweichungen zuverlässig erkennen. Eine unruhige Darstellung kann die Konzentration beeinträchtigen und die visuelle Ermüdung erhöhen.
Genau hier liegt eine wesentliche Stärke der Barco-KVD-Technologie: der sensorgestützte, automatische Farb- und Helligkeitsabgleich (Barco SenseX). Integrierte Sensoren erfassen die Darstellung der einzelnen Panels in Echtzeit und stimmen sie über die gesamte Videowall ab – auf Knopfdruck oder zeitgesteuert. Barco ist derzeit der einzige Anbieter, der diese automatische Echtzeit-Kalibrierung über integrierte Sensoren ermöglicht.
So bleibt die Bildfläche langfristig möglichst homogen. Gleichzeitig reduzieren sich der Aufwand für manuelle Kalibrierungen und die damit verbundenen Servicearbeiten. Für den Kunden bedeutet das:
- dauerhaft verlässliche Bildqualität
- geringerer Wartungs- und Kalibrierungsaufwand
- eine ruhige und einheitliche Darstellung
- bessere Arbeitsbedingungen für die Operator
Umbau bei laufendem Betrieb
Die bestehende Technik aus Projektoren und Monitoren hatte über viele Jahre zuverlässig ihren Dienst geleistet. Für die neue Lösung musste sie vollständig demontiert, abtransportiert und fachgerecht entsorgt werden.
Die besondere Herausforderung: Eine Verkehrsmanagementzentrale kann während eines solchen Umbaus nicht einfach abgeschaltet werden. Damit die Operator zu keinem Zeitpunkt ohne zentrale Bilddarstellung arbeiten mussten, wurde vor Beginn der eigentlichen Umbauarbeiten eine voll funktionsfähige provisorische Videowall eingerichtet. Über diese Übergangslösung konnte der Betrieb während der gesamten Umbauphase zuverlässig fortgeführt werden.
Der entscheidende Umschaltvorgang war exakt vorbereitet und eng koordiniert. Erst als die neue Videowall vollständig einsatzbereit war, erfolgte der Wechsel vom Provisorium auf das neue System.
Akustik, Kühlung und Wartbarkeit mitgedacht
Ein zuverlässiger Kontrollraum endet nicht bei der sichtbaren Technik. Auch die Infrastruktur hinter der Videowall ist für einen stabilen und angenehmen Betrieb entscheidend.
Besondere Aufmerksamkeit erforderte die vorhandene Klima- und Lüftungstechnik. Um Betriebsgeräusche der Klimageräte und Switches zu reduzieren, wurden die Akustikpaneele hinter der Videowall fachgerecht wiederhergestellt. Zusätzlich entstanden spezielle Revisionsöffnungen in den Lüftungskoffern, damit die Lüftungskanäle auch künftig gut zugänglich, sauber und wartbar bleiben.
Präzision war bis ins Detail gefragt: Die Zwischenräume der Displays wurden millimetergenau mit Dichtbändern versehen, damit kein störendes Hintergrundlicht durch die Videowall dringt. Auch die LED-Effektbeleuchtung wurde in die bestehende Steuerung integriert. Da die neue Deckenkonstruktion nicht begehbar ist, weist eine international verständliche Beschilderung eindeutig darauf hin – ein kleines, aber wichtiges Detail für die Sicherheit bei späteren Service- und Wartungsarbeiten.
Partnerschaft als entscheidender Erfolgsfaktor
Trotz des engen Zeitplans wurden alle wesentlichen Projektmeilensteine termingerecht erreicht. Möglich war das nur durch eine sorgfältige Vorbereitung, klare Zuständigkeiten und die enge Abstimmung aller Beteiligten.
Wir bedanken uns bei der ASFINAG, der örtlichen Bauaufsicht, unserem Partner SPIE KEM und allen weiteren Projektpartnern für die professionelle und partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Dieses Projekt zeigt, worauf es bei der Modernisierung einer Leitwarte ankommt: zuverlässige Technologie, präzise Planung, ein eingespieltes Team – und die Fähigkeit, auch unter Zeitdruck jedes Detail im Blick zu behalten.
Kontrollraumlösungen aus einer Hand
controlrooms ist Gesamtanbieter für Leitwarten und Kontrollräume sowie zertifizierter Barco-Partner. Von der Videowall über KVM-Systeme bis zum ergonomischen Arbeitsplatz planen und realisieren wir ganzheitliche Kontrollraumlösungen im DACH-Raum und international – inklusive Wartung und Service über den gesamten Lebenszyklus.
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Besuchen Sie unseren Showroom in Wien Prater oder Wieselburg
Technik für Leitstellen, Kontrollräume und KVM-Arbeitsplätze lässt sich am besten live beurteilen. Im controlrooms Showroom zeigen wir Videowall, KVM, Bedienplätze und typische 24/7-Szenarien im realen Zusammenspiel – von der Visualisierung über KVM bis zum 24/7-Arbeitsplatz.
Termine nach Vereinbarung. controlrooms GmbH unterstützt bei Analyse, Planung, Integration und laufendem Service.
Häufige Fragen zum ASFINAG-Videowall-Projekt
Welche Technologie kam bei der ASFINAG-Videowall zum Einsatz?
Eine LCD-Videowall der Barco-OverView-KVD-Serie mit der automatischen Echtzeit-Kalibrierung Barco SenseX. Integrierte Sensoren in jedem Panel erfassen Helligkeit und Farbwiedergabe laufend und stimmen die Darstellung über die gesamte Bildfläche ab.
Wie blieb die Verkehrsmanagementzentrale während des Umbaus in Betrieb?
Vor Beginn der Umbauarbeiten wurde eine voll funktionsfähige provisorische Videowall eingerichtet. Über diese Übergangslösung lief der Betrieb während der gesamten Umbauphase weiter; erst als die neue Videowall vollständig einsatzbereit war, erfolgte der koordinierte Umschaltvorgang.
Wer war an der Umsetzung beteiligt?
controlrooms lieferte als Gesamtanbieter die neue Videowall und verantwortete Planung und Projektsteuerung. Integration und Montage vor Ort erfolgten gemeinsam mit dem Partner SPIE KEM, in enger Abstimmung mit der ASFINAG und der örtlichen Bauaufsicht.