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Tunnelwarte Bruck und Plabutsch: Modernisierung für die ASFINAG

Operator in der ASFINAG-Überwachungszentrale Plabutsch vor der Videowall mit der Übersicht der Verkehrsmanagementzentrale

Eine Tunnelwarte lässt sich für einen Umbau nicht einfach schließen. Kamerabilder, Anlagenzustände, Notrufe und Verkehrsmeldungen müssen auch während der Bauphase weiter bearbeitet werden. Genau unter dieser Voraussetzung wurden die ASFINAG-Überwachungszentralen Bruck und Plabutsch modernisiert. Gemeinsam mit PKE Verkehrstechnik realisierte controlrooms die neuen Bedienplätze, den Videowallaufbau und die Visualisierungstechnik – bei aufrechter Betriebsfähigkeit.

Die ASFINAG koordiniert den Betrieb ihres Autobahn- und Schnellstraßennetzes über neun Verkehrsmanagement-Zentralen. Bruck und Plabutsch arbeiten dabei als Tunnelüberwachungszentralen. In diesen Zentralen müssen technische Anlagen und Verkehrslage rund um die Uhr überschaubar und bedienbar bleiben. Bei der Modernisierung in Bruck und Plabutsch reichte es daher nicht, einzelne Geräte auszutauschen. Raum, Arbeitsplätze, Sichtachsen, Visualisierung und Umschaltung mussten als ein System geplant werden.

Mehr Leittechnik braucht nutzbare Bild- und Arbeitsfläche

Mit der österreichweiten Vereinheitlichung der Leittechnik-Software stiegen auch die Anforderungen an die Arbeitsplätze. Mehr Funktionen und zusätzliche Informationen bedeuten in einer Verkehrsleitzentrale vor allem: mehr gleichzeitig verfügbare Bildfläche, klare Prioritäten und Bedienplätze, die trotz wachsender Informationsmenge übersichtlich bleiben.

Die bestehenden Räume in Plabutsch stießen dabei an ihre räumlichen und ergonomischen Grenzen. Eine reine Geräteerneuerung hätte zwar neue Technik gebracht, aber weder die Sichtbeziehungen noch die verfügbare Arbeitsfläche verbessert. Notwendig war eine Kernsanierung mit neuem Raum- und Bedienkonzept – eine typische Aufgabenstellung beim Leitstelle im laufenden Betrieb modernisieren.

Die entscheidende Aufgabe: Umbau bei laufendem Betrieb

Während der gesamten Bauphase musste die Überwachungs- und Handlungsfähigkeit erhalten bleiben. Dafür wurde die Modernisierung in zwei klar getrennte Schritte gegliedert.

1. Interim-Leitstand im Meetingraum. Vor Beginn der Kernsanierung errichtete controlrooms im bestehenden Meetingraum ein bedarfsgerecht ausgelegtes Wartenprovisorium. Auf kleinerer Fläche und mit weniger Monitoren standen dort die für den sicheren Weiterbetrieb erforderlichen Funktionen zur Verfügung.

2. Kernsanierung und Neuausrichtung der Warte. Nach der Umschaltung auf das Provisorium konnte die bestehende Zentrale grundlegend umgebaut werden. Der Raum wurde neu strukturiert und die Ausrichtung der Warte um 180 Grad gedreht. Dadurch entstanden bessere Sichtachsen, mehr nutzbare Raumtiefe und zusätzliche Flächen für die neue Leittechnik.

Das Provisorium war damit kein Nebenschauplatz, sondern die betriebliche Voraussetzung für den eigentlichen Umbau. Erst wenn der Übergangsbetrieb funktioniert, kann eine 24/7-Zentrale ohne unnötiges Risiko modernisiert werden.

Ergonomie: für lange Schichten geplant

In einer Leitstelle entscheidet nicht nur die Technik über die Qualität des Betriebs. Monitorpositionen, Blickwinkel, Greifräume, Beleuchtung und Raumwirkung beeinflussen, wie zuverlässig Informationen über viele Stunden aufgenommen und verarbeitet werden können. Diese Zusammenhänge stehen auch im Mittelpunkt der ISO 11064 für die ergonomische Gestaltung von Leitzentralen.

„Ich sage immer so: Das ist ein bisschen ein Wohnzimmer für uns, und in seinem Wohnzimmer soll man sich wohlfühlen.“

Martin Rapit, Teamleiter Betrieb für die AVB (Anlagen und Verkehrsbetrieb), ASFINAG

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ASFINAG wurden deshalb in die Raum- und Farbgestaltung einbezogen. Nach dem Umbau stehen größere Bildschirme, mehr Monitorfläche und ergonomisch ausgerichtete Bedienplätze zur Verfügung. Die gewonnene Fläche schafft außerdem Reserven für zusätzliche Bedien- und Visualisierungsaufgaben. Laut Projektvideo gehörte dazu auch die vollständige Einbindung der S7.

Operator am ergonomisch ausgerichteten Bedienplatz der ASFINAG-Überwachungszentrale Plabutsch mit mehreren Monitoren
Ergonomisch ausgerichteter Bedienplatz nach dem Umbau. Standbild aus dem Projektvideo der PKE Gruppe.

Visualisierung: ein Lagebild statt vieler Einzelinformationen

In einer Tunnelleitzentrale müssen Kamerabilder, Verkehrsdaten und Anlagenzustände gleichzeitig erfassbar sein. Eine große Bildfläche allein genügt dabei nicht. Entscheidend sind eine sinnvolle Anordnung, eindeutige Prioritäten und gute Ablesbarkeit von jedem relevanten Arbeitsplatz.

controlrooms realisierte den Videowallaufbau und lieferte die LCD-Technologie von Barco. Die Visualisierung wurde für den durchgehenden Betrieb und die Anforderungen der Operatoren ausgelegt. Wie Bildwand, Raum und Bedienplätze gemeinsam geplant werden, erläutert auch unser Beitrag zur Leitwarten- und Kontrollraumplanung mit Barco.

Zusammenarbeit über die Gewerke hinweg

Bei einer Modernisierung im Bestand greifen Bau, Elektrotechnik, Leittechnik, Möblierung und Visualisierung unmittelbar ineinander. Schnittstellen müssen deshalb früh geklärt und Abweichungen im Bauablauf gemeinsam gelöst werden.

„Das war immer eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, sehr lösungsorientiert. Auch wenn im Bauablauf Probleme aufgetreten sind, hat man immer den perfekten Kontext gefunden, diese auf sehr kompetente Art und Weise auf Augenhöhe zu lösen.“

Stefan Wurm, Projektleiter, ASFINAG Baumanagement Gesellschaft

Die Zusammenarbeit zwischen ASFINAG, PKE Verkehrstechnik und controlrooms war damit ein wesentlicher Teil der technischen Lösung: klare Zuständigkeiten, kurze Abstimmungswege und ein gemeinsames Verständnis dafür, dass der Betrieb Vorrang hat.

Video zum Projekt Plabutsch, veröffentlicht vom Kanal der PKE Gruppe.

Projektdaten im Überblick

  • Projekte: Überwachungszentrale Bruck und Verkehrsmanagement- und Überwachungszentrale Plabutsch in Graz
  • Kunde: ASFINAG Baumanagement Gesellschaft / ASFINAG Anlagen- und Verkehrsbetrieb (AVB)
  • Projektpartner: PKE Verkehrstechnik und controlrooms GmbH
  • Leistungsumfang controlrooms: Leitstellenmöbel, Konsolen, Videowallaufbau und LCD-Technologie von Barco
  • Betriebsanforderung: Modernisierung bei aufrechter Betriebsfähigkeit im 24/7-Betrieb
  • Besonderheiten: Interim-Leitstand im Meetingraum, Kernsanierung im Bestand, Drehung der Warte um 180 Grad und – laut Projektvideo – Einbindung der S7

Was Betreiber aus dem Projekt mitnehmen können

Eine Leitstellenmodernisierung beginnt nicht mit der Auswahl neuer Monitore. Zuerst muss geklärt sein, welche Funktionen während jeder Bauphase zwingend verfügbar bleiben, wie die Umschaltung erfolgt und welche Abhängigkeiten zwischen Raum, Technik und Organisation bestehen.

Für Bruck und Plabutsch waren drei Punkte entscheidend:

  • ein vor der Kernsanierung eingerichteter Interim-Leitstand,
  • ein Raumkonzept, das Sichtachsen und zusätzliche Bildfläche tatsächlich nutzbar macht,
  • eine gewerkeübergreifende Planung mit klaren Zuständigkeiten.

So entsteht keine Sammlung neuer Einzelkomponenten, sondern eine Zentrale, die im Alltag als Gesamtsystem funktioniert.

Leitstellenmodernisierung planbar machen

controlrooms verbindet Arbeitsplatz- und Raumplanung, Leitstellenmöbel, Visualisierung und Service zu einer abgestimmten Lösung. Das reduziert Schnittstellen und schafft eine belastbare Grundlage für Umbauten im laufenden Betrieb.

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FAQ

Häufige Fragen zur Modernisierung von Überwachungszentralen

Wie bleibt eine Überwachungszentrale während des Umbaus in Betrieb?

Mit einem vorab geplanten und in Betrieb genommenen Interim-Leitstand. In Plabutsch wurde das Provisorium im Meetingraum eingerichtet. Auf kleinerer Fläche bildete es jene Funktionen ab, die für den sicheren Weiterbetrieb während der Kernsanierung erforderlich waren.

Warum wurde die Warte um 180 Grad gedreht?

Die neue Ausrichtung erschloss mehr Raumtiefe und verbesserte die Sichtachsen zu den zusätzlichen Monitorflächen. Eine reine Geräteerneuerung hätte die räumlichen Grenzen der bestehenden Warte nicht gelöst.

Welche Leistungen hat controlrooms in Bruck und Plabutsch erbracht?

Zum Leistungsumfang gehörten Leitstellenmöbel, Konsolen, der Videowallaufbau und LCD-Technologie von Barco. Die Realisierung erfolgte gemeinsam mit PKE Verkehrstechnik.

Wie lange dauert eine solche Kernsanierung?

Das hängt von Raum, Bestandstechnik, Betriebsanforderungen und Bauablauf ab. Entscheidend ist die Vorbereitung: Welche Funktionen muss das Provisorium abbilden, wie erfolgt die Umschaltung und welche Gewerke müssen in welcher Reihenfolge arbeiten? Diese Punkte werden in der Analyse- und Planungsphase geklärt.

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